Eine besuchenswerte Tagung des GMF-LV Bayern

Walter Christ (Vorsitzender des LV-Bayern des Gesamtverbands Moderne Fremdsprachen) und seinem erfahrenen Organisationsteam mit Klaus Mösel (Vorsitzender der Vereinigung der Französichlehrer – VdF), Mario Oesterreicher (Vorsitzender des Verbands Englisch und Mehrsprachigkeit – E & M), sowie Irma Ochoa-Nebel (Vorsitzende des Deutschen Spanischlehrerverbandes – DSV) ist es einmal mehr gelungen, eine GMF-Tagung des Landesverbands Bayern zu organisieren, die es sich unbedingt zu besuchen lohnte.

Bei der Auswahl der Keynote-Sprecher hatten sie ein extrem glückliches Händchen. Sowohl Engelbert Thaler, Thomas Strasser als auch Alexander Kraus und Daniel Reimann trafen mit ihren jeweiligen Beiträgen voll die Erwartungen des Publikums.

Insgesamt wurde die Veranstaltung trotz Einbeziehung eines Samstagstermins sehr gut angenommen, wenn man von den Teilnehmerzahlen ausgeht.

Freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten

Außer meinem eigenen Input gab es für mich reichlich Gelegenheit, bereits bestehende Kontakte zu pflegen und auszubauen, etwa diejenigen mit Klaus Mösel, den ich von eigenen Fortbildungen an der Akademie in Dillingen (Donau) und vom Französischlehrertag im März in Erlangen kenne und schätze.

Diesmal durfte ich ihn auch aus Teilnehmerperspektive kennenlernen. In beeindruckender und sehr sympathischer Manier stellte er mehrere sehr empfehlenswerte DVD-Angebote des CAVILAM in Vichy vor und erarbeitete gemeinsam mit den TeilnehmerInnen mögliche didaktische Szenarien zur Nutzung innerhalb eines Hör-/Seh-Verstehens Ansatzes.

Mir gefiel diese Veranstaltung so gut, dass ich versuchen werde, ihn damit für einen Fortbildungsnachmittag am LPM in Saarbrücken vorzuschlagen. Die TeilnehmerInnen waren jedenfalls überzeugt und nahmen scharenweise das Service-Angebot der VdF wahr, die DVDs gegen eine Schutzgebühr von je ca. 5 Euro zu erstehen, wobei viele der vorgestellten Videoclips auch kostenlos im Internet verfügbar sind.

Sehr schön war auch wieder die Begegnung mit Bernard Brown, dem sympathischen Engländer aus Holzkirchen, der sein Publikum einmal mehr faszinierte. Mich auch, obwohl ich seine „Zaubershow“ zum Englischlehren und -lernen schon mehrfach live erlebt hatte. Seine in Eigenproduktion hergestellten Bücher mit Kopiervorlagen – besonders geeignet für Vertretungsstunden – fanden jedenfalls reißenden Absatz und Bernard war noch eine ganze Weile nach seinem Vortrag von Junglehrer(inne)n umringt. Wer sein Buch nicht sofort mitnehmen konnte, trug sich in die bereitliegenden Bestelllisten ein.

Ein Wiedersehen von ganz besonderer Qualität

Thomas Strasser überzeugte sowohl mit seiner Web 2.0-„Nummer“🙂 , als auch mit dem Plenarvortrag mit Fokus Social Media durch seine herzerfrischende Art des Vortrags, die Informationsdichte und die graphisch beeindruckenden Präsentationen. Ihm gelingt es, komplexe Sachverhalte wissenschaftlich fundiert in sehr gut verständlicher Sprache „rüber zu bringen“.

Ich freue mich sehr, selbst am 22., 23. und 24. Oktober an SEINER PH in Wien 2 Ganztagsveranstaltungen und eine Halbtagsfortbildung für Englisch-, Französisch- und Spanischlehrer anbieten zu dürfen. Im Gegenzug wird Thomas bei unserem Saarbrücker Moodlefest im Januar 2013 sowohl einen Plenarvortrag, als auch einen Workshop halten.

Recht zeitnah, am 15. Oktober wird er die Reihe von bisher 12 terminierten kostenlosen Online-Fachvorträgen zu Artikeln des Praxisbuchs eröffnen. Trotz der kurzen Werbefrist, brauche ich mir bei ihm keinerlei Sorgen zu machen um Teilnehmerzahlen. Schon die Ankündigung im kleineren Web 2.0-Vortrag genügte, dass sich sofort 6 Kolleginnen bei mir meldeten und um weitere Informationen und eine Einladung baten.

Neue viel versprechende Kontakte für Online-Fachvorträge

Über Thomas konnte ich mir auch einen Kontakt zum Helbling-Verlag erschließen, wo demnächst sein englischsprachiges Opus „Mind the App“ erscheint. Der Probedruck eines Kapitels konnte am Verlagsstand eingesehen werden. Überzeugend ist einmal mehr der konsequente Praxisbezug den man ja schon von seinem Standardwerk „Moodle im Fremdsprachenunterricht“ (Verlag Werner Hülsbusch) her kennt.

In der in mehreren Hundert Exemplaren verteilten Tagungsbroschüre waren erfreulicherweise ein 3-seitiger Artikel von Thomas „Web 2.0 im FSU“ abgedruckt, als auch unser 2-seitiges Vorwort zum Praxisbuch Web 2.0 und die Folien einer von mir erstellten PowerPoint-Präsentation zu diesem Opus. Eine Starthilfe, für die wir beide dem GMF herzlich danken.

Der Helbing-Verlag zeigte starkes Interesse, mehrere Online-Fachvorträge in englischer Sprache durch die Übernahme des Referentenhonorars zu sponsern.

Ähnliches könnte sich auch in einer Kooperation mit dem Spotlight-Verlag ergeben, dessen beliebte Sprachenmagazine Ecoute und Ecos ich gerne von Redaktionsmitgliedern im Rahmen von Webinaren vorstellen möchte, bei denen die didaktischen Begleitmaterialien und deren sinnvolle Nutzung im Unterricht im Vordergrund stehen sollte, wie das bereits bei der Sitzung mit Inez-Sharp – Chefredakteurin der Englischabteilung – der Fall war.

Kompetente RezensentInnen für unser Praxisbuch „web 2.0 im Fremdsprachenunterricht“

Einen guten „Draht“ konnte ich auch entwickeln zu Professor Engelbert Thaler (Lehrstuhl für Didaktik des Englischen, Universität Augsburg), der sich als großer Liebhaber meines Newsletters Fremdsprachen des LPM „outete“ und mir mittelte, er sei im Herbst letzten Jahres unter den 330 Zuhörern meiner Keynote beim GMF-Tag in Landshut gewesen. Er verschaffte mir den Kontakt zu Dr. Susanne Heinz, die bereitwillig der Verfassung einer Rezension zu unserem Praxisbuch übernahm. Auch mit ihr waren schnell gemeinsame Berührungspunkte gefunden, wird sie doch über „mobile learning“ habilitieren.

Als potenziellen Rezensenten konnte ich auch Daniel Reimann (ebenfalls Fachdidaktiker, allerdings der Romanistik) von der Würzburger Uni gewinnen, den ich am Samstagmorgen eher zufällig an der Bushaltestelle kennengelernt hatte. Fachlich war er mir schon länger ein Begriff, aber erst jetzt ergab sich das persönliche Kennen- und gegenseitige Schätzen-lernen.

Eine fast flüchtige Begegnung mit Alexander Kraus, mittlerweile zum Leiter des Studienseminars für
das Lehramt an Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen in Kassel avanciert und Chefredakteur der bedeutendsten Fachzeitschrift für Französischlehrer, der mich vor Jahren mehrmals als Referenten an die Frankfurter Sportschule holte, erbrachte ein weiteres sehr willkommenes Rezensionsangebot, dass ich als wertvollen persönlichen Gefallen werte.

Bei Französischlehrertagen an der Universität des Saarlandes ist er als Vortragender nicht mehr weg zu denken und ist auch regelmäßig – sofern es sein Terminkalender überhaupt noch erlaubt – zu Gast als Referent im LPM.

Als ich mich von Walter Christ, bei dem ich mich für diese hoch informative Tagung bedanken wollte verabschiedete, willigte auch er ein, das Praxisbuch zu besprechen, verwies aber darauf, er könne „sehr kritisch“ sein🙂

Bei dieser Vielzahl namhafter und hoch kompetenter „Kritiker“ steht dem Erfolg des Praxisbuchs bzw. dessen Wahrnehmung seitens der Lehrerschaft nichts mehr im Wege. Der Countdown zum baldigen Erscheinen beginnt.

Begegnungen am Rande: Wertvolles Feedback aus Pausengesprächen

Hinzu kommen zahlreiche Begegnungen in den Pausen, die alle nach dem folgenden Muster verliefen: „Wie schön, Sie endlich mal persönlich kennen zu lernen. Ich beziehe Ihren Newsletter schon seit Jahren und leite ihn immer auch an all meine ReferendarInnen / KollegInnen weiter.“ Oder „Ich war schon bei einer anderen Veranstaltung TeilnehmerIn bei Ihnen und freue mich sehr, heute noch einmal das Vergnügen zu haben.“

Häufig wird dann über eine konkrete Ressource berichtet, die im Newsletter als didaktisch empfehlenswerter Unterrichtsvorschlag firmierte und tatsächlich Gewinn bringend eingesetzt wurde. Nichts könnte mich mehr erfreuen, als solche Begegnungen, die mir klar machen, dass die AbonnentInnen des Newsletters das „Herzblut“ das in jeder Ausgabe steckt dermaßen würdigen.

Anmerkung: Ich bedanke mich hiermit recht herzlich für Jürgens Bereitschaft, mir diesen Gastbeitrag für meinen Blog zu schreiben. Ich wäre nur zu gerne selbst auf dieser Tagung präsent gewesen und hoffe, dass ich irgendwann einmal die Gelegenheit erhalten, mir bis dato nur übers Internet bekannte Experten auf dem Gebiet des neuen Medien, wie zum Beispiel Thomas Strasser, persönlich zu treffen.