Obwohl dieser Blog ein Edublog ist, möchte ich heute einmal einen Aufruf zur Mithilfe für bedürftige Kinder starten. Wer mich etwas besser kennt, der weiß, dass ich nie leichtfertig eine Empfehlung aussprechen würde, jedoch handelt es sich bei dem empfohlenen Verein meiner Auffassung nach um einen äußerst seriösen Verein, der wirklich nur helfen möchte.

Schon seit einigen Monaten trage ich den Gedanken mit mir herum, eine Kinderpatenschaft im Ausland zu übernehmen. Ausgelöst wurde dieser Gedanke unter anderem auch durch meine kritische Reflexion des hiesigen Schulsystems und meiner nun schon mehrjährigen Erfahrung als Lehrerin, die tagtäglich mit Kindern zu tun hat, denen es gut geht, die oftmals schon in jungen Jahren stark konsumorientiert sind und die die Bildung, die ihnen in Deutschland ganz automatisch zuteil wird, nicht immer zu schätzen wissen – oder zumindest den Eindruck vermitteln, dass sie es nicht tun. Zudem ist mir in den letzten Jahren auch immer klarer geworden, dass Dinge, die ich als Probleme wahrnehme aus der Ferne betrachtet doch eher Luxusprobleme sind – auch wenn sie mir nach wie vor natürlich bedeutend für mein eigenes Leben erscheinen.

Natürlich gibt es große Organisationen, die Patenschaften anbieten, jedoch frage ich mich – hoffentlich unbegründet – stets, wieviel von dem monatlich überwiesenen Betrag wirklich beim Patenkind ankommt, haben doch diese großen Organisationen sicherlich auch Kosten für Organisation und dergleichen, und auch einige negative Schlagzeilen von erfundenen Patenkindern und der Unmöglichkeit, dem Patenkind etwas zu schicken, ließen mich skeptisch bleiben.

Ursprünglich hegte ich den Wunsch, einem französischsprachigen Kind zu helfen, aber da ich die großen Organisationen meiden und dennoch sicher gehen wollte, dass meinem Patenkind auch wirklich der gesamte Betrag zugute kommt, war es mir zu unsicher eine Patenschaft über eine private Organisation in Frankreich abzuschließen.

Bei meinen weiteren Recherchen in Deutschland und in meiner Umgebung stieß ich dann eher zufällig auf die Webseite von Andenkinder e.V., einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Karlsruhe. Ich schrieb Verena Gerspach, der Gründerin des Vereins, eine Mail um nähere Informationen zu bekommen und war seit der ersten Antwort nicht nur sehr beeindruckt und mehr als begeistert von dem Engagement, das Verena in diese ehrenamtliche Arbeit steckt, sondern ich hatte sofort ein gutes Gefühl, dass meine Spende hier gut aufgehoben ist.

Natürlich war es für mich erstmal eine Überlegung, ob ich denn nun ein Patenkind unterstützen möchte, welches nur auf Spanisch mit mir kommunizieren kann – und eine Korrespondenz, auch nur wenige Male im Jahr, war mir schon sehr wichtig. Allerdings versicherte mir Verena, dass sie für gewöhnlich die Briefe, die aus Ecuador kommen, für die Paten übersetzt und die Antworten an die ecuadorianischen Kinder ebenfalls. Somit waren diese Zweifel auch zerstreut und es wäre ja auch nicht so, dass ich ganz hilflos bin, wenn es darum geht, geschriebenes Spanisch zu verstehen. Zumal dies vielleicht einfach die Gelegenheit für mich ist, doch noch Spanisch zu lernen.

Aus diesem Grund habe ich selbst die Patenschaft für zwei kleine Mädchen im Alter von 9 und 2 Jahren übernommen, eine finanzielle „Belastung“, die mir vom europäischen Standpunkt aus kaum auffallen wird, die den beiden Mädchen aber ein besseres Leben erlaubt.

Da Andenkinder e.V. noch lange nicht für alle hilfsbedürftigen Kinder einen Paten gefunden hat, möchte ich nachfolgend einige Kinder vorstellen, die sich sehr daüber freuen würden, bald einen Paten oder eine Patin zu haben.


Fredy Leonardo Poaquisa
ist im Jahre 2000 geboren und lebt mit seinen Eltern und 7 Geschwistern in Pachancho, wo er auch zur Schule geht. Er ist auf einem Ohr taub. Seine Patenschaft wird momentan von Andenkinder e.V. getragen, aber es wäre schön, wenn er einen „eigenen“ Paten bekäme.


Lucrecia Alexandra Punina
 ist 2003 geboren und lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihren Großeltern in Verde Pamba. Sie ist wie einer ihrer Onkel taubstumm und es kümmern sich neben ihren Großeltern auch noch 6 Onkel und Tanten um sie. Auch ihre Patenschaft bezahlt momentan Andenkinder e.V.


Miguel Angel Azogue Milana ist 1999 geboren und lebt mit seiner verwitweten Mutter und 6 Geschwistern in San Vicente bei seinen Großeltern. Sein Vater ist erst vor kurzem tödlich verunglückt und die Familie hat so kein festes Einkommen mehr. Seine drei ältesten Geschwister verdienen etwas mit Gelegenheitsarbeiten hinzu, um die Familie zu unterstützen.