Da die „Fasnet“ in Rottweil groß geschrieben wird und für die meisten SchülerInnen sehr wichtig ist, habe ich zur Auflockerung zwischen der Klassenarbeit und der nächsten Lektion in meinen beiden zehnten Klassen einen Text zum Karneval in der Frankophonie herausgesucht und die SchülerInnen gebeten, sich zu den verschiedenen Arten von Karneval in den Texten Mindmaps zu überlegen, die dann mit analogen Informationen zur Rottweiler „Fasnet“ ergänzt werden sollte.

Da die Fachbegriffe auf Französisch recht schwierig waren, riet ich ihnen, Wikipedia zu Hilfe zu nehmen, den deutschen Begriff – wie zum Beispiel „Rosenmontag“ – dort einzugeben und dann über die Sprachwahl auf die französische Wikipedia mit den entsprechenden französischen Begriffen zuzugreifen. Dadurch las der eine oder andere Schüler gleich mehrere französische Wikipediaartikel zu einem für ihn interessanten Thema und lernte nebenbei noch einige für ihn sehr wichtige Wörter.

In der darauffolgenden Stunde teilte ich den SchülerInnen dann jeweils Benutzernamen und Passwörter zu Popplet-Konten aus, die ich mit Hilfe von Dummy-Accounts meiner eigenen Gmail-Adresse erstellt hatte. So mussten sie sich nicht selbst anmelden und konnten dennoch problemlos erste Erfahrungen mit Popplet sammeln. Ich teilte die Klasse in fünf bzw. sechs Gruppen auf, wies jeder Gruppe zuerst einmal einen bestimmten Karneval (Nizza, Paris, Québec, Belgien, Rottweil) zu und erlaubte ihnen nach Fertigstellung ihres Themas bei anderen Themen mitzuhelfen.

Wie auch schon bei meiner Kursstufe 1 brauchten die SchülerInnen ein wenig Zeit, um sich mit dem neuen Werkzeug anzufreunden, trieben ein wenig Unfug und begannen schließlich nach nur wenigen Ermahnungen meinerseits sehr diszipliniert an den Mindmaps zu arbeiten und neben den bereits erarbeiteten Wörtern auch Videos von Youtube und Bilder einzufügen.

Die Ergebnisse kännen sich sehen lassen:

Jedoch habe ich für mich aus diesem erneuten Experiment – diesmal mit etwas jüngeren SchülerInnen – den Schluss gezogen, dass die Arbeit mit Popplet unterhalb der Kursstufe wohl eher für Klassenstärken bis ca. 16 SchülerInnen geeignet ist. Wenn man die beiden Ergebnisse vergleicht, so sieht man deutlich, dass die a-Klasse, die aus nur 15 Schülern (5 Gruppen à 3 SchülerInnen) bestand, weitaus strukturierter vorging und ein übersichtlicheres Ergebnis produzierte als die b-Klasse, die aus 24 SchülerInnen bestand und in Vierergruppen (davon die Rottweiler Fasnet doppelt belegt) arbeitete.

Nichtsdestotrotz bin ich auf beide Klassen gleichermaßen stolz, dass sie beim ersten Versuch mit Popplet bereits so schöne Ergebnisse erzielt haben. Nach nur 2-3 Jahren meines verhältnismäßig unkonventionellen Unterrichts lassen sich die SchülerInnen inzwischen immer mehr und immer williger auf meine Experimente ein und stehen dem Medium Internet in Verbindung mit der Schule weitaus aufgeschlossener gegenüber als zu Beginn.