PetiteProf79 ist umgezogen!

Nachdem ich vor einigen Monaten bereits die Domain http://www.petiteprof79.eu reserviert und auf diesen Blog umleiten lassen habe, ist nun endlich der neue Auftritt des Blogs fertig und über http://www.petiteprof79.eu erreichbar. Diese Blog wird weiterhin im Netz bleiben, jedoch werden neue Artikel nunmehr ausschließlich auf http://www.petiteprof79.eu veröffentlicht werden. Bitte aktualisieren Sie ggf. Ihre Lesezeichen.

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Attention: this blog has permanently moved to http://www.petiteprof79.eu! Thanks for updating your bookmarks.

Ankündigung: Online-Fortbildung LPM “Real-life-Tasks im sozialen Web” mit Christian Ollivier am 4. Februar

Die Online-Fortbildung des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM) am 4. Februar 2013 präsentiert Möglichkeiten der Nutzung von Web 2.0-Websites zum Publizieren und Kommunizieren mit Native Speakern.

In der Online-Fortbildung mit Christian Ollivier am 4. Februar stellt dieser seinen Beitrag zum taufrischen Praxisbuch “Web 2.0 im Fremdsprachenunterricht”, herausgegeben von Jürgen Wagner & Verena Heckmann, vor und präsentiert einen interaktionalen Ansatz zum Sprachenlernen und -lehren, der durch Real-life-Tasks authentische Sprachnutzung und Motivation fördert. Der Referent führt in das Thema des interaktionalen Ansatzes ein und stellt dessen Vorteile dar. Er gibt konkrete Task-Beispiele im Web 2.0, präsentiert das Babelweb-Projekte und zeigt auf, wie es im Sprachunterricht genutzt werden kann.

Zur Person

Christian Ollivier ist seit 2007 Assistant-Professor an der Universität Réunion, wo er Sprachdidaktik lehrt. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Internet (Web 2.0) und Sprachenlernen, Mehrsprachigkeitsdidaktik (Interkomprehension) sowie handlungsorientierter und interaktionaler Ansatz. Christian Ollivier hat vier EU-Projekte im Bereich Sprachenlernen koordiniert, unter anderem das Babelweb-Projekt. Er leitet seit über 20 Jahren Lehrerfortbildungsveranstaltungen, ist Mitautor eines Lehrbuchs (Version Originale) und hat zahlreiche Artikel und Beiträge zu seinen Arbeitsschwerpunkten publiziert sowie ein Buch: “Le web 2.0 en classe de langue” (2011 mit Laurent Puren im Verlag Editions Maison des langues). Mehr zur Person finden Sie hier.

Kurzinformationen

Online-Fortbildung L1.724-3423 Real-life-Tasks im sozialen Web: Nutzung von Web 2.0-Websites zum Publizieren und Kommunizieren mit Native Speakern.
Zeitraum 4. Februar 2013, von 19 bis 20 Uhr.
Anmeldung Bitte melden Sie sich per E-Mail an Jürgen WagnerJWagner@lpm.uni-sb.de an.
Zugang Zugang erhalten Sie zum Zeitpunkt der Online-Fortbildung über diesen Link: breeze.lpm.uni-sb.de/reallifetasks.
Handreichung Hier finden Sie Informationen, die Ihnen eine reibungslose Teilnahme an der Online-Fortbildung ermöglichen.
Hinweis Maximal 40 Teilnehmende erhalten einen Zugangslink und eine Handreichung zum Soundcheck.

Neues Theme?

Liebe LeserInnen,

ich überlege momentan, ob ich das Theme meines Blogs verändern soll. Dazu würde mich Ihre Meinung interessieren.

 

Vorschläge:

Abstimmung1 Abstimmung2

Frohe Weihnachten

Hiermit möchte ich mich bei meinen Lesern für die Treue im letzten Jahr bedanken und Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest wünschen.

PetiteProf79 wird im nächsten Jahr natürlich weiter bestehen und aller Wahrscheinlichkeit nach zum Jahreswechsel in neuem Glanz erstrahlen. Ebenso werden Sie im nächsten Jahr einige neue Features wie Mehrsprachigkeit und ein monatlicher Newsletter erwarten.

Herzlichst

Ihre PetiteProf79

Online-Fortbildung LPM: Faire vivre l'échange franco-allemand à l'ère du Web 2.0 (Christophe JAEGLIN)

Die dritte Fortbildung der Fortbildungsreihe zum Praxisbuch Web 2.0 am 8. November 2012 wurde von Christophe Jaeglin aus Frankreich zum Thema Faire vivre l’échange franco-allemand à l’ère du Web 2.0 angeboten. Es ging dabei um eine Methode, wie man einen Schüleraustausch mit Hilfe von Web 2.0 – Tools und Moodle dynamischer gestalten kann. Die Anwendung der interaktiven Werkzeuge erfolgt im Rahmen von vier klar konzipierten pädagogischen Projekten. Ihr Ziel ist es, die binationale Zusammenarbeit in einem geschützten Online-Workspace zu fördern, um so ein konkretes Endprodukt bzw. konkrete Endprodukte herzustellen, an denen man nicht zuletzt den Erfolg des Austauschs ablesen kann. Die Moodle-Plattform kann hierbei neben den SchülerInnen und beteiligten LehrerInnen auch z.B. Eltern zugänglich gemacht werden. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, die Früchte der Arbeit mit verschiedenen Webdiensten (z.B. Quizlet, Fotos, Glogster, Voki, Youtube, Learning Apps, Wallwisher etc.) per HTML-Code einzubinden.

Die Grundidee ist es, dass die deutschen SchülerInnen für ihre französischen Partner Arbeitsmaterialien erstellen und umgekehrt. Dabei soll zum einen kollaboratives Schreiben zum Einsatz kommen, jedoch auch die Medienkompetenz in all ihren Facetten verbessert werden.

Chris Jaeglin nutzte ein bereits von ihm und seinen SchülerInnen mit ihren deutschen Partnern aus Gutach durchgeführtes Projekt, um zu veranschaulichen, wie man sich einen solchen modernen Austausch vorstellen kann und wie die einzelnen Aufgaben aussehen könnten.

Der erste Schritt bestand darin, sich per Videobotschaft den künftigen AustauschpartnerInnen vorzustellen. Nach Fertigstellung der Videos wurden diese über Moodle den PartnerInnen zugänglich gemacht und jeder Schüler wählte zwei bis drei Schüler aus, die er näher kennenlernen und denen er auf die Videobotschaft antworten wollte. So wurde die Bildung der Austauschpaare von den SchülerInnen selbst in die Wege geleitet. Da einige der Aufgaben sowieso in Gruppenarbeit erledigt werden sollten, war auch die Gruppenbildung ohne Weiteres möglich.

Die Videobotschaften wurden in drei Schritten vorbereitet: Zuerst wurde wiederholt, wie man sich vorstellt, d.h. Redemittel gesammelt und die Aussprache geübt. Im Anschluss daran wurden einige Beispielvideos angeschaut, um dann in einem dritten Schritt selbst Videos zu erstellen.

Das zweite Teilprojekt sah vor, dass die SchülerInnen für ihre PartnerInnen in Gruppen eine virtuelle Stadtrallye (inkl. Vorstellung der Schule) erarbeiteten. Dazu gehörten Fotos, ein Quiz und auch sprachliche Elemente, wie Fragen, was man in einer bestimmten Situation (z.B. beim Dorfbäcker) sagen würde. Hier konnten auch die Eltern und Geschwister mit eingebunden werden, was natürlich eine schöne Vorbereitung auf den nachfolgenden Besuch des Gastschülers war.

Nachdem man nun sich und die Heimat des Anderen kennengelernt hatte, wurde begonnen, gemeinsam per Email Geschichten zu schreiben, die schließlich illustriert und mit Ton versehen mit Hilfe von Didapages als interaktives Buch veröffentlicht wurden. Dieses Werk wurde dann während einer der Mobilitätsphasen gemeinsam gelesen.

Hierzu wurde angemerkt, dass das Internet heutzutage natürlich neben Email inzwischen viele weitere Möglichkeiten bietet, um gemeinsam Geschichten zu schreiben, sei es nun per TitanPad oder dergleichen, per Twitter oder mittels eines anderen kollaborativen Tools wie Todaysmeet.

Auch für die Vertonung gibt es im Netz viele einfache Möglichkeiten, die man kostenlos nutzen kann. Dazu gehören AudioDropbox, Voxopop, Vocaroo und Voicethread. Allerdings kann man statt dem Computer natürlich auch Handyapps wie die von Audioboo oder iPadio einsetzen (s.a. z.B. Fortbildung mit Simon Ensor zum Podcasting) Welche Methode man letztendlich wählt hängt prinzipiell nur davon ab, welche Geräte zur Verfügung stehen und welches der Werkzeuge genau die Eigenschaften bietet, die man benötigt (z.B. kann man bei Audioboo kostenlos per Computer 3 Minuten, per Handy 5 Minuten aufzeichnen, während iPadio Aufnahmen bis zu 60 Minuten zulässt).

Das letzte der vier Projekte bestand daraus, interaktive Hör- und Sprechübungen in der Muttersprache für die Partner zu erstellen, die dann ebenfalls per HTML-Code in Moodle integriert wurden. So wurde ein Dialog aufgenommen, der zuerst nur angehört werden, dann nachgestellt (wozu längere Pausen zwischen die einzelnen Dialogelemente eingebaut wurden) und schließlich von SchülerInnen aus dem anderen Land sowohl in der Fremdsprache als auch in der Muttersprache selbst aufgezeichnet werden sollten.

Der Nutzen dieses vierten Projekts liegt vor allem darin, dass die mündliche Ausdrucksfähigkeit bei einem regulären Austausch, der ca. zwei Wochen gemeinsam verbrachte Zeit umfasst, nicht selten zu kurz kommt, da man vor, zwischen und nach den Begegnungen vor allem schriftlich korrespondiert. Da jedoch in den heutigen Lehrplänen die Kommunikation im Vordergrund steht, bietet der Einsatz der neuen Medien hier einen eindeutigen Mehrwert. Zumal die SchülerInnen erste Entwürfe in der Fremdsprache ihren PartnerInnen im anderen Land zukommen lassen und sich so gegenseitig korrigieren können (z.B. in Ausdruck und Aussprache), anstatt den Lehrer darum zu bitten.

Alles in Allem ging aus Chris Jaeglins kompetentem und sehr klar strukturiertem Vortrag eindeutig hervor, dass diese kontinuierliche Zusammenarbeit die Bindung zwischen den AustauschpartnerInnen und –gruppen gestärkt und so die Kommunikation zwischen den SchülerInnen gefördert hat. Ob man nun mit Moodle arbeitet oder andere Möglichkeiten des Internets nutzt (z.B. ein Blog oder Edmodo), ist letztendlich zweitrangig, sofern man es schafft, die SchülerInnen dazu zu animieren mit Begeisterung mit- und füreinander ganz im Sinne des kompetenzorientierten Fremdsprachenunterrichts zu arbeiten

Natürlich kommt es immer einmal vor, dass Probleme auftauchen, weil SchülerInnen und/oder LehrerInnen noch ungeübt im Umgang mit den neuen Medien sind oder die PartnerInnen eventuell nicht so schnell antworten können, wie man dies erhofft (u.a. auch wegen der unterschiedlichen Ferienzeiten). Dabei handelt es sich jedoch um kleine Probleme, die man mit etwas organisatorischem Geschick in den Griff bekommt bzw. die das Gesamtkonzept nicht gefährden.

Weitere Projektideen finden Sie auf Chris Jaeglins Blog Magic@allemand. Die Aufzeichnung der Fortbildung finden Sie hier.

Online-Fortbildung LPM Saarbrücken: Todaysmeet (Mag. Dr. Thomas Strasser)

Am 15. Oktober 2012 stellte Thomas Strasser, Lehrer, eLearning-Experte, Lehreraus- und -fortbilder  an der PH Wien Todaysmeet vor. Auch diese Online-Fortbildung war Teil der Fortbildungsreihe, welches das neue Praxisbuch Web 2.0 begleitet.

Zu Beginn seines Vortrags erinnerte Thomas Strasser nochmals daran, dass er keineswegs „alte“ Lehrmethoden an den Pranger stellen und durch neue, moderne Lehrmethoden ersetzen möchte. Vielmehr geht es ihm beim Einsatz der neuen Medien darum, die herkömmlichen Lehrmethoden an die neuen Umstände anzupassen und im Rahmen des „blended learning“ authentisches Arbeiten mit dem Web 2.0 zu ermöglichen. Dabei steht nicht die Technik an sich im Vordergrund, sondern ihr didaktischer Mehrwert. Dies reformiere den Unterricht dahingehend, als dass David Wileys „Prinzipien der Offenheit“ vom Alltag auf den Unterricht übertragen werden und somit die Trennung von (flexiblem) Alltag und (bisher unflexiblem) Schulalltag der Vergangenheit angehöre.

Der Alltag, so Strasser, sei schon längst digital, mobil, vernetzt, und setze auf die Produktivität des Individuums. Wieso also solle die Schule nach wie vor im starren Paradigma von analogem, in festgelegten Bahnen verlaufendem, isoliertem Konsum von Allgemeinwissen, das den Einzelnen gar nicht oder nur am Rande betreffe und damit auch nicht aktiviere, verharren? Genau hier setzte Thomas Strassers Idee der „educational apps“, dem didaktisierten Web 2.0 an. Indem der Lehrer die Web 2.0 – Anwendungen didaktisiere mutiere er vom reinen Wissensvermittler zum „learning coach“, der seinen SchülerInnen tatkräftig als Berater zur Seite stehe, ihnen jedoch einen möglichst großen Freiraum biete, sich selbst zu entwickeln und selbst zu entdecken.

Ein solches leicht zu didaktisierendes Webtool ist Todaysmeet, eine Kreuzung aus Twitter und Chatraum, deren vielfältige Verwendungsmöglichkeiten Strasser im Anschluss vorstellte. Der Unterschied zum reinen Chatraum oder zum kollaborativen Schreiben mit Hilfe von z.B. TitanPad ist bei Todaysmeet die für Twitter typische Begrenzung auf 140 Zeichen (inklusive Leerzeichen), welche den Schüler dazu zwingt, sich kurz aber präzise auszudrücken, eine Grundfertigkeit in der heutigen Welt. Anders als bei Twitter ist hier jedoch die Privatsphäre weitaus geschützter, weil es zum einen nicht nötig ist, sich mit einer Emailadresse zu registrieren und zum anderen die URL des Raums (im Idealfall) nur denjenigen bekannt ist, die sich darin aufhalten sollen. Ebenso kann der Raum ein „Verfallsdatum“ haben und es gibt ein Archiv zur Sicherung der Inhalte.

Folgende Ideen stellte Thomas Strasser vor:

  1. Backchanneling: SchülerInnen stellen Fragen, die kurz vor Ende der Stunde zur Diskussion gestellt werden
  2. Feedback durch die SchülerInnen (wobei darauf zu achten ist, dass vorher Feedbackregeln besprochen werden)
  3. Impulsfeedback: SchülerInnen posten Schlagwörter zu den Highlights der Stunde
  4. Quizmania: freiwillige Teilnahme an einem Quiz von zu Hause aus – wer zuerst die richtige Antwort postet, bekommt „credits“ für die Mitarbeit (hier können die SchülerInnen auch angeleitet werden, Fragen zur nächsten Klassenarbeit zu antizipieren)
  5. Vocabmania / Keywordmania: der Lehrer postet ein Wort (z.B. in der Muttersprache) und die SchülerInnen kontextualisieren es in der Fremdsprache zur Sicherung des Vokabulars
  6. FAQs vor Prüfungen: kurze Stellungnahme zu einem verlinkten Artikel, der als Impuls dient
  7. Online-Sprechstunde, z.B. vor der Klassenarbeit und in der Fremdsprache
  8. Feedback bei Schülerpräsentationen
  9. Posten von interessanten Links
  10. Reading Comprehension
  11. Grammatikarbeit: z.B. Zeitformen & alle müssen einen Satz dazu posten – wobei hier die Gefahr besteht, dass abgeschrieben wird
  12. Kollaboratives Schreiben von Geschichten

Bei einigen diese Ideen, wie z.B. der Online-Sprechstunde werden Kritiker natürlich den Mehrwert des Einsatzes von Todaysmeet in Frage stellen, da Fragen auch per Email gestellt werden könnten. Im Hinblick auf Feedback für MitschülerInnen und LehrerInnen könnte bemängelt werden, dass SchülerInnen lernen sollten, in korrekter sachlicher Art mündlich Stellung zu nehmen ohne sich in die Anonymität des Internets zu flüchten. Jedoch ist die Unmittelbarkeit von Todaysmeet ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der heutigen interaktiven Welt, in der man längst nicht mehr unbedingt den Kundenservice eines Unternehmens für teures Geld anrufen muss, sondern schnell und unkompliziert per Live-Chat Hilfe erbitten kann. Des Weiteren ist der Todaysmeet-Raum durch seine relative Privatsphäre keineswegs ein anonymer Raum, sondern erzieht unter den richtigen Voraussetzungen geradezu dazu, sich nicht hinter einem Pseudonym zu verstecken, sondern dafür einzustehen, was man schreibt. Schließlich ist man zwar als LehrerIn durch diese Art der Arbeit mitunter gezwungen, zu einer bestimmten Zeit am Rechner zu sitzen, jedoch ist man im Gegenzug dazu von der (selbst auferlegten) Last befreit, stündlichen seine Mails zu checken, um eventuelle Fragen der SchülerInnen zeitnah beantworten zu können. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Mehrwert der Nutzung der neuen Medien ist die Ausbildung eines bewußten Umgangs mit den neuen Medien und der kontinuierlichen Übung der Netiquette.

Schade finde ich persönlich lediglich, dass Todaysmeet bisher nicht in andere Webseiten einbettbar ist (z.B. in Moodle) und trotz einem relativ großen Schutz der Privatsphäre nicht zu 100% geschützt ist, womit sensible Themen eher nicht angeschnitten werden sollten. Der seriöse Support hingegen spricht dafür, Todaysmeet trotzdem eine Chance zu geben, da kurzlebige Räume nach der Sicherung der Archivdaten auch gelöscht werden können.

Alles in allem wieder einmal eine Meisterleistung von Thomas Strasser, der es hervorragend versteht, seinen ZuhörerInnen einen interessanten und wissenschaftlich fundierten Vortrag zu bieten, ohne den Praxisbezug zu vernachlässigen und auf eventuelle Rückfragen umgehend einzugehen. So schaffte er es erneut, allen ZuhörerInnen, ob Neulinge oder „alte Hasen“ auf dem Gebiet der neuen Medien im Fremdsprachenunterricht, unmittelbar einsetzbare und mit wenigen Handgriffen umsetzbare Ideen zu vermitteln, die den Unterricht revolutionieren und gleichzeitig die Vorteile der neuen Medien ins Blickfeld rücken.

Die Aufzeichnung dieser Fortbildung finden Sie hier.

PS: Übrigens ist gerade Thomas Strassers neuestes Werk Mind the App (mit Online-Tutorials!) beim Helbing-Verlag erschienen, eine Goldgrube an Ideen für alle EnglischlehrerInnen.

Projekt mit dem Colegio Técnico Agropecuario Salinas (Ecuador)

Wie Ende Mai berichtet, habe ich seit Mitte des Jahres zwei Patenkinder in Ecuador. Über meine Verbindung zum Verein Andenkinder / Niños de los Andes e.V. bekam ich vor Kurzem eine Freundschaftsanfrage auf Facebook, die – wie sich nach kurzer Zeit herausstellte – von einem Lehrer aus Ecuador stammte. Er unterrichtet am Colegio Técnico Agropecuario Salinas Kinder von 11-18 Jahren in Informatik. Es dauerte nicht lange, bis ich anfragte, ob er sich vorstellen könnte, gemeinsam ein kleines Projekt auf die Beine zu stellen, bei dem die neuen Medien zum Einsatz kämen. So würden die Kinder aus Ecuador und aus Deutschland Einblick in das Leben der jeweils Anderen erlangen und die neuen Medien einsetzen, um den Kontakt zu halten und ihren Partnern bestimmte Themen zu präsentieren.

Da es hier auch darum geht, sich persönlich kennen zu lernen, war es unvorstellbar, gemeinsam einen öffentlichen Blog zu verwenden. Auch hat der Kollege aus Ecuador noch nicht besonders viel Erfahrung mit dem Einsatz der neuen Medien in der Schule, ganz zu schweigen davon, dass der Alltag einer ecuadorianischen Schule vermutlich nicht mit dem Unseren vergleichbar ist.

Aus diesem Grunde schlug ich vor, Edmodo als Kommunikationsplattform zu verwenden.  Hier ist nicht zwingend nötig, dass sich die SchülerInnen mit einer Emailadresse registrieren, die beteiligten LehrerInnen haben die volle Kontrolle über den Webspace und die Privatsphäre ist für jeden Artikel beliebig auf öffentlich oder privat einstellbar. Außerdem habe ich so die Möglichkeit, Edmodo einmal auszutesten, was schon längst überfällig war.

Nachdem die Gruppe “Salinas – Sulz” gegründet worden ist, geht es in einem ersten Schritt darum, dass die SchülerInnen sich einander vorstellen. In Salinas sind momentan nur wenige SchülerInnen am Projekt beteiligt (ich hoffe, dass es noch mehr werden), ich hingegen werde mit einer gesamten Klasse arbeiten. Da die SchülerInnen aus Salinas zwischen 14 und 16 Jahre alt sind, habe ich meine 10. Klasse Englisch (16 SchülerInnen)  auserkoren, am Projekt teilzunehmen. Des Weiteren habe ich einem meiner Achtklässler, dessen zweite Muttersprache Spanisch ist, vorgeschlagen, mit seiner Schwester ebenfalls am Projekt freiwillig teilzunehmen. Dies soll für ihn eine willkommene Abwechslung vom Spanisch-Anfängerunterricht sein, in dem er momentan vermutlich stark unterfordert ist.

Die erste Aufgabe, die meine SchülerInnen über Weihnachten zu erledigen haben, ist die Erstellung eines kurzen Vorstellungsvideos auf Englisch. Sie sollen kurz etwas über sich selbst erzählen und im Anschluss daran drei Objekte zeigen, die ihnen wichtig sind und deren Bedeutung erklären. Dies dürfte weitaus anschaulicher sein, als wenn sie lediglich von ihren Hobbies berichten. Diese Videos werde ich dann auf “SchoolTube” hochladen  und anschließend auf der Pinnwand unserer Gruppe in Edmodo teilen. So können sich die ecuadorianischen SchülerInnen die Videos zuerst anschauen, bevor sie selbst ähnliche Videos drehen.

Mein Kollege in Ecuador und ich haben uns darauf geeignigt, dass die ecuadorianischen SchülerInnen ihre Videos in ihrer Muttersprache drehen und sie lediglich auf Englisch untertiteln, weil sie offenbar nur sehr schlecht Englisch sprechen können. Dies hat jedoch für meine SchülerInnen den Vorteil, dass diejenigen, die Spanisch als dritte Fremdsprache lernen, auch ihre Spanischkenntnisse anwenden und eventuell ihren nicht Spanisch sprechenden MitschülerInnen helfen können.

Im Anschluss an diese Vorstellungsrunde werden wir versuchen, ca. eine Aufgabe pro Monat anzubieten. Für den Februar werde ich vorschlagen, dass aus aktuellem Anlass das Thema “Karneval” vorgestellt wird (ebenfalls mit kurzen Videos), später werden dann Themen wie Bräuche, Kulinarisches, Musik, etc. aus beiden Ländern in Angriff genommen werden.

Da es sich um ein recht spontan organisiertes Projekt handelt, habe ich noch keine wirkliche Vorstellung davon, wie es ablaufen, ob alles reibungslos klappen und ob das Projekt Bestand haben wird. Ebenso fehlt ein langfristiger Projektplan, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, da ich festgestellt habe, dass improvisierte Projekte durch ihre Flexibilität meist mehr Früchte tragen als Projekte, bei denen bereits im Vorfeld jeder Schritt bis ins Kleinste festgelegt ist. Außerdem hoffe ich, dass so einige der Schüler vielleicht Lust bekommen, mehr über ihre PartnerInnen zu erfahren und so vielleicht engere Kontakte geknüpft werden.

Ich bin gespannt, wie die ersten Aufgaben erfüllt werden und werde weiter berichten …

Online-Fortbildung LPM Saarbrücken: Mobile Learning, Apps und Moodle (Ulrike Montgomery)

Am 29.11. berichtete Ulrike Montgomery, Englisch- und Französischlehrerin aus Mannheim, insgesamt 32 ZuhörerInnen über ihre Erfahrungen mit mLearning in Verbindung mit Moodle. Als Moodle-Nutzerin der ersten Stunde versteht sie es besser als kein Anderer, ihre nicht immer einfachen SchülerInnen mit Hilfe der neuen Medien zu motivieren.

Die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und Moodle im Fremdsprachenunterricht sind nahezu unbegrenzt: besonders seit Moodle in der Version 2.x vorliegt, lassen sich beide Methoden dank neu hinzugekommener Module noch besser im FSU verbinden.

Im Bereich der mündlichen Sprachproduktion bieten Smartphones die Möglichkeit, Bild und Ton zu vereinen und das jeweilige Ergebnis in Moodle einzubetten. So können Fotos von einzelnen SchülerInnen mündlich erklärt und Videos aufgezeichnet werden, bevor sie dann in Moodle mit der Lerngruppe geteilt werden. Hilfreiche Apps hierzu sind die von Youtube und Picasa, sowie Aufnahmeapps wie z.B. Dropvox (fürs iPhone, in Verbindung mit Dropbox) oder Audio, Photo, Video to Email. Ebenso können z.B. mit Quizlet Vokabellisten in Karteikartensets angelegt und vertont, später dann in Moodle eingebettet werden. Wer kein Smartphone hat, kann entweder das Gerät eines Mitschülers nutzen oder aber alternativ z.B. über eine in Moodle eingebettete Audiodropbox Aufnahmen erstellen und teilen.

Das Hörverstehen kann man ebenso hervorragend trainieren, indem man sich Apps wie “Big City, Small World” vom British Council zu Nutzen macht, die für SchülerInnen interessante und kurzweilige Inhalte in der Fremdsprache präsentieren. Dank der Kürze werden die SchülerInnen nicht überfordert, die Thematik ist amüsant und der eine oder andere Schüler wird sicherlich nach jeder Episode gespannt auf die nächste Folge warten.  Eine weitere interessante App – wenn auch mit weitaus weniger kurzweiligen Inhalten – ist Newsy, die das aktuelle Tagesgeschehen auf multimediale Weise “an den Schüler” bringt

Jedoch gibt es natürlich auch noch jede Menge nützlicher Apps, die beim Umgang mit Wortschatz und Grammatik helfen. So kann man z.B. das Cambridge Advanced Learners Dictionary für ca. 10€ käuflich erwerben und kommt dadurch in den Genuss von vertonten Vokabeln (amerikanisches und britisches Englisch). Im Französischunterricht dürften Konjugierapps wie die des Nouvel Observateur zu den Favoriten der SchülerInnen gehören. Des Weiteren kann man den Fremdsprachenunterricht natürlich auch etwas interaktiver gestalten, indem man Voting-Apps wie Socrative einsetzt und nicht zuletzt bieten Webdienste wie TagMyDoc Unterstützung, wenn es darum geht, den SchülerInnen mit wenig Aufwand und papierlos Arbeitsblätter zugänglich zu machen. Dies lässt sich bei Verfügbarkeit eines eigenen Webspace natürlich auch mit Owncloud und der dazugehörigen (leider nicht ganz kostenlosen) App bewerkstelligen.

Nicht zuletzt lassen sich auch ganz alltägliche Apps getreu dem Motto “smart technology will take the classroom into the world” zum Sprachenlernen einsetzen. Seien es nun Apps von Airlines oder Eisenbahngesellschaften (z.B. SNCF) um auf eine authentische Art und Weile Rollenspiele zu gestalten oder von Supermärkten, die z.B. im Französischunterricht zum Üben der Verwendung von Teilungsartikeln hervorragend geeignet sind. Da es unsere Aufgabe ist, die sprachliche Handlungsfähigkeit unserer SchülerInnen im Alltag in einem fremden Land zu trainieren, wird der nutzbringende Einsatz von Smartphone-Apps eigentlich nur von zwei Variablen bestimmt: zum einen der Phantasie und zum anderen dem pädagogisch-didaktischen Können des jeweiligen Lehrers. Dabei darf sich der Lehrer einzig und allein nicht scheuen, die herkömmliche Lehrerrolle des “Unterrichtenden” (teacher) abzustreifen und in die neue Rolle des “Moderators” (learning facilitator) zu schlüpfen.

Besonders lobenswert waren die Praxisnähe und die klare Strukturierung des Vortrags, dessen Sinn und Zweck es nicht war, den Einsatz von Smartphones und/oder Moodle im Fremdsprachenunterricht per se zu rechtfertigen, sondern der vielmehr konkrete und leicht umsetz- und individuell anpassbare Verwendungsszenarien vorstellte, mit denen auch Nicht-ExpertInnen im Bereich der neuen Medien nicht überfordert sein werden.

Sicherlich werden Skeptiker – denen man im Alltag leider viel zu häufig begegnet – anmerken, dass der Einsatz des Smartphones in den allermeisten Fällen keinen wirklichen Mehrwert hat, kann man doch am Computer und mit Hilfe von Moodle allein genau dieselben Aktivitäten anbieten. Diese Haltung wird speziell von Verfechtern des ausnahmslosen Handyverbots in der Schule eingenommen, die nicht einsehen wollen mit wie viel weniger Aufwand (z.B. keine zwingende Notwendigkeit, den nur schwer zu ergatternden und mit zu wenig Computern ausgerüsteten “Multimediaraum” Wochen vorher zu reservieren, einfachere Bedienung und weniger potenzielle Fehlfunktionen, etc.) man zum Ziel kommen kann und dabei zugleich den SchülerInnen schon früh den tatsächlichen Nutzen mobiler Geräte jenseits der Spiel- und Spaßdimension näher bringt, ganz zu schweigen von der Optimisierung des digitalen Workflows, der im immer volleren Schüleralltag ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist.

Auch diese Online-Fortbildung fand im Rahmen der Fortbildungsreihe zum neu erschienenen Praxisbuch Web 2.0 statt. Weitere Termine folgen.

Die Aufzeichnung steht hier bereit.

 

Online-Fortbildung LPM Saarbrücken: Podcasting on the Go (Simon Ensor)

Simon Ensor, seines Zeichens Englischdozent an der Universität von Clermont Ferrand, sprach am 6. Dezember 2012 vor knapp 30 Zuhörern im AdobeConnect – Raum des LPM Saarbrücken zum Thema Podcasting mit dem Smartphone.

Das Smartphone ist für Ensor eine Art schweizer Taschenmesser für LehrerInnen, welches unter anderem dazu dient, den SchülerInnen zu ermöglichen, gehört zu werden. Und dies ist nur einer von vielen nützlichen Aspekten, was das Smartphone angeht (s. a. die Fortbildung mit Ulrike Montgomery zum Thema „Apps und Moodle“).

Zu Beginn wurde die Frage angesprochen, in wie fern sich Smartphone und Bleistift ähneln. Diese Diskussion basierte darauf, dass heute noch an vielen Schulen Handyverbot herrscht und aufgrund von Widerstand der Elternschaft und des Kollegiums auch nicht zu kippen ist (interessant hierbei ist, dass mLearning laut der Initiative ICT in Education der UNESCO sogar in Dritteweltländern erfolgreich eingesetzt wird). Zu den Parallelen zwischen Smartphone und Bleistift gehört nicht nur die Tatsache, dass man mit beiden Instrumenten seinen Ideen Ausdruck verleihen und kommunizieren kann, sondern auch, dass sie beide unter bestimmten Umständen sehr gefährlich sein können, nämlich dann, wenn sie den Schüler ablenken, dazu eingesetzt werden, andere zu ärgern oder zu verletzen oder auch, wenn mit ihrer Hilfe Dinge ausgedrückt werden, die nicht gerne gehört werden. Simon Ensor brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Jegliche Werkzeuge in Schülerhand bedeuten Ärger“.

Zur Produktion von Podcasts mit SchülerInnen gibt es mehrere Möglichkeiten, die es sich anzuschauen lohnt. Dazu gehören Audioboo, iPadio, Soundcloud und Youtube. Alle diese Internetdienste bieten den Usern von Smartphones egal welcher Art (iPhone, Android …) inzwischen kostenlose Apps an, die es Jedem erlauben, zum Produzenten seiner Werke zu werden.

Das wohl einfachste Interface bietet Soundcloud an, jedoch sind auch alle anderen Apps intuitiv und einfach aufgebaut. Sie alle bieten die Möglichkeit, über das Smartphone Audio- oder (bei Youtube) auch Videoaufnahmen zu erstellen, die dann von der App ins Internet hochgeladen werden und von dort aus zugänglich gemacht, abgespielt, in andere Webseiten und soziale Netzwerke eingebettet werden können.

Wieso nun Podcasting anstelle eines regulären Unterrichtsgesprächs? Laut Ensor spricht für das Podcasting die gesteigerte Motivation, die darauf beruht, dass die SchülerInnen die Möglichkeit erhalten, ihre Erinnerungen festzuhalten. So haben die sprachlichen Produkte nicht nur Bedeutung für den Produzenten, dem sie „gehören“, sondern sie erhalten durch das Teilen mit Anderen auch eine Art Gemeinschaftswert.

Diese persönlichen Erinnerungen als Sprachaufzeichnungen festzuhalten bietet sich auch deshalb an, weil zu Beginn des Medienzeitalters und vor der Erfindung des Fernsehens zuerst einmal die Stimme per Rundfunk ausgestrahlt werden konnte. So erinnert Ensor an George Orwells Hörspiel „Krieg der Welten“, welches im Jahre 1938 für großen Aufruhr sorgte und schon damals den Einfluss der Stimme vergegenwärtigte. Allerdings ist es natürlich so, dass jegliches Medium dem, der es nutzt, um etwas publik zu machen, eine Stimme verleiht – egal ob heute oder vor 40 Jahren. Gab es früher im schulischen Bereich Schülerzeitschriften und –zeitungen, Theateraufführungen, das Schulradio oder die Ausstellungen von Kunstwerken, werden heute stattdessen Blogs, Webseiten, Filme, Podcasts und QR-Codes eingesetzt. Die Konstante dabei ist die Stimme der SchülerInnen, die so gehört wird.

Anders als noch vor wenigen Jahren, wo noch große, unhandliche und oft teure Gerätschaften für Sprachaufzeichnungen benötigt wurden, bietet das Smartphone die Möglichkeit, überall etwas aufzuzeichnen, seien es nun Geräusche (z.B. die einer fremden Stadt beim Schüleraustausch), gelesene Literatur (z.B. für Erstklässler), selbst erfundene Geschichten, die Erinnerungen von alten Menschen, die so der Nachwelt zugänglich gemacht werden können, ein Webradio, Interviews, Audioguides, eine “sprechende Gallerie” (Bilder mit QR-Codes, die so sprachlich begleitet werden) oder auch das effektive Training für mündliche Prüfungen (wie z.B. die ab dem Abitur 2014 in Baden Württemberg verpflichtende Kommunikationsprüfung in einer lebenden Fremdsprache). Schließlich können auch gute SchülerInnen ihren MitschülerInnen an ihrem Wissen teilhaben lassen und so im Rahmen der Binnendifferenzierung einen Teil der LehrerInnenrolle übernehmen und den SchülerInnen kann die Möglichkeit geboten werden, öffentlich das Gelernte umzusetzen, was widerum dem Lehrer dazu dient, einzuschätzen, in wie fern das Lernziel erreicht wurde. Dies könnte z.B. so aussehen:

Ein besonderes Highlight bietet Audioboo mit der Möglichkeit, seine Boos mit Hilfe von Geolocation auf einer Karte darzustellen. So kann man z.B. ein akustisches Reisetagebuch führen, aber es kann auch dazu eingesetzt werden, bestimmte für einen Ort typische Geräusche aufzuzeichnen und dort zu lokalisieren (z.B. Akzente). Natürlich sollte diese Funktion bewusst aktiviert und zum Schutz der SchülerInnen regulär deaktiviert werden.

Der Vorteil von iPadio liegt darin, dass sehr lange Aufnahmen möglich sind (bis zu 60 Minuten) und Live-Streaming ebenso verfügbar ist wie ein RSS-Feed eines Kontos.

Der Einsatz des Smartphones leistet der Spontaneität von Äußerungen Vorschub, ist dank der intuitiv zu bedienenden Apps einfach und jegliches Produkt kann in sozialen Netzwerken, auf Blogs, Webseiten usw. geteilt werden. Meist kann dies mit einem Klick bewerkstelligt werden, z.B. durch einfach zu erhaltende Einbettcodes, die die Webdienste anbieten. Solch ein Einbettcode wird kopiert und auf der entsprechenden Webseite eingefügt und sofort erscheint ein Player, mit dem man die Aufzeichnung anhören kann, ohne die entsprechende Webseite zu verlassen. Und auch wenn manche Bloganbieter wie wordpress.com manche Einbettcodes (<object>, <iframe>) nicht zulassen, so werden entweder passende Formate angeboten, es gibt einen einfachen Workaround (z.B. über Gigya) oder die Sprachdatei kann in der eigenen Dropbox öffentlich zugänglich abgelegt werden und über einen WordPress-Shortcode abgespielt werden. Alternativ kann man sie auch in der Dropbox von Public Voices ablegen. Kurzum: für jedes auftretende Problem gibt es für gewöhnlich eine einfach Lösung, die man mit etwas Suchen im Netz findet.

Natürlich hat auch diese Methode Schattenseiten: So muss der Lehrer über unterrichtsbezogene Produktionen stets die Kontrolle behalten (z.B. durch einen Klassenaccount), das Thema Copyright muss im Vorfeld mit den SchülerInnen besprochen werden, die SchülerInnen müssen lernen, den Verlockungen, die die Anonymität im Netz mit sich bringt, zu widerstehen und es muss sichergestellt werden, dass für die SchülerInnen durch die Nutzung der neuen Medien keinerlei Gefahr besteht.

Prinzipiell gilt zudem, dass jeder Schüler das Recht an der eigenen Stimme hat und sich somit einverstanden erklären muss, dass seine Sprachaufzeichnungen öffentlich gemacht werden. Dies kann zu einer erhöhten Motivation führen, auch wenn es so manchen Schüler vielleicht etwas Überwindung kostet, die eigene Stimme aufzunehmen und anzuhören. Bei Minderjährigen bedarf es natürlich ebenso dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten, die – laut meinen Erfahrungen – teilweise recht besorgt reagieren, wenn ihr Kind im Internet dermaßen „exponiert“ wird. Allerdings sollten sich die meisten Eltern von guten Argumenten überzeugen lassen und den Nutzen von Podcasting in der Schule verstehen. Schließlich liegt es nicht zuletzt beim Lehrer, sich dahingehend fortzubilden, um den SchülerInnen einen maximalen Schutz bieten zu können ohne sie in einen virtuellen Raum (z.B. eine abgeschottete Moodle-Plattform) einzusperren.

Eins der größten Probleme, mit dem ich mich konfrontiert sah, als ich beschloss, meine diesjährige Kursstufe 1 (Klasse 11) Englisch anstatt des traditionellen Heftes einen privaten Blog führen zu lassen, auf dem im Hinblick auf die Kommunikationsprüfung im Abitur auch Sprachaufnahmen veröffentlicht werden sollten, war die Tatsache, dass jegliche Web 2.0 – Tools wie iPadio und Audioboo zwar ihre Dienste kostenlos anbieten, man jedoch auf jegliche Privatsphäreeinstellungen verzichten muss. D.h. alles was über einen Klassenaccount aufgenommen wird, kann theoretisch im öffentlichen Feed der Seite erscheinen. Jedoch gibt es auch hierfür eine einfach Lösung: man betitelt die MP3-Dateien mit sinnlosen Zahlen- und Buchstabenkombinationen, sodass die Relevanz des Beitrags als gleich Null eingestuft wird und somit nicht im öffentlichen Feed gelistet werden wird.

Je älter die SchülerInnen sind, desto mehr sollte man sowohl auf die Potenziale als auch auf die Gefahren des Internets eingehen. Hierzu lohnt es sich, ausgewählten Menschen zu folgen und so auch den Einfluss von Smartphones auf das Weltgeschehen zu verdeutlichen, z.B. indem man vor Augen führt, dass Berichte, die dank eines Smartphones der Welt zugänglich gemacht werden können, durchaus eine Revolution auslösen können.

Es ist klar, dass nicht jede Klasse von jeder Schule und bei jedem Lehrer dafür geeignet ist, mit Podcasts zu arbeiten. Zum einen hängt ein erfolgversprechender Einsatz von Podcasting von der Einbettung in ein pädagogisches Gesamtkonzept ab und davon, wie das Medium didaktisiert wird. Hinzu kommt unsere Abhängigkeit von technischen Gegebenheiten, mit denen wir leben müssen. Schließlich spielt auch die Offenheit der Menschen, mit denen wir arbeiten, eine große Rolle.

Alles in Allem eine gelungene Fortbildung, bei der Simon Ensor bewies, dass er weiß wovon er spricht und dazu fähig ist, dies auch Kollegen zu vermitteln. Sein Vortrag war geprägt von einem gut strukturierten Aufbau und einer sehr angenehmen Vortragsweise, die Zwischenfragen jederzeit zuließ.

Weitere Informationen finden Sie hier. Die Aufzeichnung steht hier bereit.

Die Fortbildung fand im Rahmen einer Fortbildungsreihe statt, die das neu erschienene Praxisbuch Web 2.0 begleitet. Weitere Termine folgen. Eine Rezension zu Simon Ensors Artikel im Praxisbuch finden Sie hier. Die Autorin der Rezension ist Patricia Donaghy, die vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls eine Fortbildung zum Einsatz von Mobiltelefonen angeboten hat.

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